21.05.2004

EBD-EUD-JEF-Wahlprüfsteine Verfassung

Die Europäische Bewegung Deutschland unterstützt die EBD-EUD-JEF-Wahlprüfsteine Verfassung,  eine gemeinsame Aktion der Europa-Verbände.

 

Eines der herausragenden Projekte dieses Jahres ist  - neben der Vollendung der EU-Erweiterung um zehn neue Mitglieder – die Verständigung auf eine Verfassung für Europa.

 

Noch konnte zwischen den beteiligten Staats- und Regierungschefs keine Einigung erzielt werden. Für die deutschen Europa-Verbände (Europäische Bewegung, Europa-Union und Junge Europäische Föderalisten) ist die europäische Verfassung jedoch ein bedeutender Lackmustest für die nächsten Stufen der europäischen Einigung sowie für die Funktionsfähigkeit der Europäischen Union überhaupt. Daher sehen die Europa-Verbände in der Europäischen Verfassung eine für die Zukunft historische Bedeutung.

 

Die deutschen Europa-Verbände – als Stimme der europäischen Öffentlichkeit in Deutschland, der Zivilgesellschaft, letztendlich der Bürgerinnen und Bürger – führen daher diese kleine Umfrage unter allen Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl des Europäischen Parlaments – den potenziellen Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerinnen und Bürger im Europäischen Parlament durch.

 

Wahlprüfsteine als Word-Dokument

 

Wahlprüfsteine als PDF-Dokument

 

 

Nachfolgende Kandidaten zur Europawahl wurden angeschrieben:

 

Individuelle Antworten sind blau gekennzeichnet und dokumentiert.

 

Eine zusammenfassende Auswertung erhalten Sie hier!

 

 

Nils Albrecht

Silke Allers

Alexander Alvaro

Michael Ankermann

Andrea Asch

Dietmar Bachmann

Keith Barlow

Michael Bärmann

Angelika Beer MdB

Dorothea Beetz

Stefan Beißwenger

Susanne Bendfeldt

Rolf Berend MdEP

Prof. Dr. Daniela Birkenfeld

Michaela Blunk

Reimer Böge MdEP

Dr. Gerhard Botz MdEP

Hiltrud Breyer MdEP

Dr. rer. pol. André  Brie MdEP

Elmar Brok MdEP

Anne Brooks

Karin Brückert

Dr. Hans Udo Bullmann MdEP

Philipp Buri

Daniel Caspary

Ozan Ceyhun MdEP

Dr. Jorgo Chatzimarkakis

Wenke Christoh

Daniel Cohn-Bendit MdEP

Michael Cramer MdA

Albert Deß MdB

Dirk Detlefsen

Thomas Diener

Garrelt Duin MdEP

Christian Ehler MdL

Alfonsio Fazio

Birgit Feller

Markus Ferber MdEP

Christel Fiebiger MdEP

Rolf Fischer

Karl-Heinz Florenz MdEP

Dr. Ingo Friedrich MdEP

Michael Gahler MdEP

Evelyne Gebhardt MdEP

Jens Geier

Roland Gewalt MdB

Jochen Gewecke

Christoph Giesa

Norbert Glante MdEP

Dr. Lutz Goepel MdEP

Professor Dr. Alfred Gomolka MdEP

Dr. Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf MdEP

Dr. Inge Grässle

Lissy Gröner MdEP

Barbara Haimerl

Helene Hammelrath

Prof. Dr. Klaus Hänsch MdEP

Rebecca Harms MdL

Jutta Haug MdEP

Elke Heims

Lutz Herzberg

Ruth Hieronymi MdEP

Dr. Karsten Friedrich Hoppenstedt

Milan Horacek

Jörg Jäger

Dr. Georg Jarzembowski MdEP

Elisabeth Jeggle MdEP

Professor Dr. Kurt Joachim

Karin Jöns MdEP

Xaver Jung

Gerhard Kakalick

Gisela Kallenbach

Petra Kammerevert

Martin Kastler MdEP

Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann MdEP

Andrea Kern

Dr. Heinz Kindermann MdEP

Ewa Klamt MdEP

Christa Klass MdEP

Wolf Klinz

Andreas Koch

Dr. Dieter-L. Koch MdEP

Dr. Silvana Koch-Mehrin

Hans Koller

Dr. Christoph Werner Konrad MdEP

Volker Krahmer

Rodi Kratza-Tsagaropoulou MdEP

Constanze Krehl MdEP

Wolfgang  Kreissl-Dörfler MdEP

Wilfried Kuckelkorn MdEP

Helmuth Kuhne MdEP

Kathrin Kummerow MdEP

Anja Laabs

Jörn Lachmann

Alexander Graf Lambsdorff

Katrin Landau

Bernd Lange MdEP

Dr. Werner Langen MdEP

Brigitte Langenhagen MdEP

Armin Laschet MdEP

Kurt Lauk

Kurt Lechner MdEP

Klaus-Heiner Lehne MdEP

Dorothea Charlotte Lehrmann

Jo Leinen MdEP

Dr. Peter Liese MdEP

Hildegard Lingnau

Norbert Lins

Helmut Loos

Sabine Loritz

Bettina Machaczek

Erika Mann MdEP

Thomas Mann MdEP

Winfried Manns

Dr. Helmuth Markov MdEP

Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Mayer MdEP

Alexandra Mehnert

Susanne Meyer

Brigitte Meyerdierks

Dr. Hans Modrow MdEP

Claudia Morawietz

Rosemarie Müller MdEP

Juliane Nagel

Hartmut Nassauer MdEP

Hans Hinrich Neve

Dr. Andreas Nick

Dr. Angelika Niebler MdEP

Jörg Nielsen

Sepp Obermeier

Vural Öger

Ebba Okkens

Caroline Opel

Cem Özdemir

Doris Pack MdEP

Tobias Pflüger

Willi Piecyk MdEP

Dr. Markus Pieper

Bernd Posselt MdEP

Professor Dr. Hans-Gert Pöttering MdEP

Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl MdEP

Alexander Radwan MdEP

Bernhard Rapkay MdEP

Herbert Reul MdL

Inge Richter

Nicole Ritter

Gaby Rolland

Dr. Nicole Rosin

Dagmar Roth-Behrendt MdEP

Mechtild Rothe MdEP

Heide Rühle MdEP

Markus Saddei

Uwe Schäfer

Dirk Schattschneider

Dieter Schiffmann

Volker Schimpff MdL

Andreas Schluricke

Willem Schluth

Dr. Frithjof Schmidt

Ingo Schmitt MdEP

Dr. Horst Schnellhardt MdEP

Charlotte Schölgens

Helmut Scholz

Jürgen Schröder MdEP

Elisabeth Schroedter MdEP

Martin  Schulz MdEP

Wiltrud Schumann

Willem Schuth

Dr. Andreas Schwab

Harald Schwartz

Angelika Schwermer

Matthias Schwittay

Ilja Seifert

Peter Simon

Birgit Sippel

Dr. Renate Sommer MdEP

Sandra Speckert

Rainer Spiering

Dr. Gabriele Stauner MdEP

Christian  Sterzing 

Stephan Stickeler

Ulrich Stockmann MdEP

Franka Strehse

Claudia Stuckmann

Detlef Tanke

Hanno Thewes

Göran Tranberg

Karl-Hubert Troglauer

Helga Trüpel

Andreas Tserkezidis

Feleknas Uca MdEP

Dr. Thomas Ulmer

Markus Vieweg

Matthias Theodor Vogt

Mario Voigt

Alexander von Bismarck

Dr. Christian von Boetticher MdEP

Benjamin von der Ahe

Dr. Karl von Wogau MdEP

Kristin Vorpahl

Sahra Wagenknecht

Ralf Walter MdEP

Volker Weber

Manfred Weber MdL

Barbara Weiler MdEP

Rolf Weisgeber

Dr. Anja Weisgerber

Werner Weiss

Brigitte Wenzel-Perillo MdEP

Kerstin Westphal

Rainer Wieland MdEP

Andreas Winkler

Marcus Wöhrl

Brigitte Wucherpfennig

Dr. Joachim Würmeling MdEP

Hendrik Wüst

Eva Wybrands MdL

Benjamin Zeitler

Elmar Zenner

Gabi Zimmer

Prof. Dr. Jürgen Zimmerling MdEP

Michael Zirpel

Sabine Zissener MdEP

 

11.06.2004

Auswertung: Wofür stehen die EP-Kandidaten?

Die Europa-Verbände haben über 200 Kandidatinnen und Kandidaten zum Europäischen Parlament um ihre Meinung zur Europäischen Verfassung gebeten. Angeschrieben wurden alle größeren deutschen Parteien. Bis zum 8. Juni lagen 135 Antworten vor. Vertreterinnen und Vertreter aller Parteien haben geantwortet. Die Kandidatinnen und Kandidaten der CDU, CSU, PDS, von Bündnis90/Die Grünen und der SPD-Gruppe im Europäischen Parlament haben geschlossen geantwortet. Zum Teil traten Abweichungen bei Einzelantworten der Befragten auf.

 

Die Kandidatinnen und Kandidaten haben in ihren Antworten den Entwurf zum Verfassungsvertrag insgesamt positiv bewertet. Lediglich die PDS-Kandidatinnen und Kandidaten sind gegen die vollständige Umsetzung des Verfassungstextes. Im Übrigen unterstützen die Kandidatinnen und Kandidaten die überwiegende Anzahl der abgefragten Elemente des Verfassungsentwurfes. Die Antwortgebenden waren überwiegend für… 1. …die vollständige Umsetzung des vorliegenden Verfassungstextes des Konventes 2. …die Wahl des Kommissionspräsidenten durch das Europäische Parlament  3.  … die gleichberechtigte Mitwirkung der EP-Abgeordneten bei der EU-Gesetzgebung 4.  … einen EU-Außenminister mit „Doppelhut“ (als Vorsitzender des Rates und Vizepräsident der Kommission) 5.  … eine klare Kompetenzabgrenzung zwischen der EU und den Mitgliedstaaten 6. …eine Möglichkeit von Volksinitiativen: 1 Mio. Unterschriften erforderlich 7. … die doppelte Mehrheit bei Ratsbeschlüssen (der Staaten und der Bürger) 8. … einen aus seiner Mitte gewählten Vorsitz im Europäischen Rat  9. …eine Integration der Grundrechte-Charta in die Verfassung 10. … gemeinsame EU-Symbole – Hymne, Fahne, Feiertag.

 

Die überwiegende Mehrheit unterstützen die vollständige Umsetzung des Verfassungsentwurfes. Die Kandidatinnen und -Kandidaten der CSU und der PDS lehnen den Vertragsentwurf in seiner jetzigen Form ab (Frage 1). Bei FDP und CDU treten ebenfalls vereinzelt vorsichtig ablehnende Meinungen auf.

 

• Begrüßt wird in den meisten Antworten insbesondere die erreichte Ausweitung der Mehrheitsentscheidungen. Von der CDU wird eine „stärkere Herausstellung eines echten parlamentarisch und öffentlich tagenden Gesetzgebungsrates“ gefordert. Die SPD bemängelt die unzureichende Ausweitung des Einstimmigkeitsprinzips vor allem für den Teil III (Die Politikbereiche und Arbeitsweise der EU). SPD, Grüne und CSU fordern wie CDU die verstärkte Einführung von Mehrheitsentscheidungen in der Außen- und Sicherheitspolitik. Grüne und SPD treten u.a. im Bereich Steuer- bzw. Sozialpolitik für Mehrheitsentscheidungen ein. Die CSU tritt für eine stärkere Abgrenzung und zum Teil Schwächung von Einzelkompetenzen zwischen der EU und anderen Politikebenen ein.

 

• Das Amt des Vorsitzenden des Europäischen Rates wird von den CDU-Antworten abgelehnt. Einzelne CDU-Kandidaten befürworten den Vorsitzenden des ER ohne Exekutivkompetenzen. Auch die Grünen betonen, dass die Verfassung in diesem Punkt kein Wunschprojekt sei. Die Schaffung eines ER-Vorsitzenden führe tendenziell zu einer Schwächung des Kommissionspräsidenten.

 

• Die Volksinitiative des Vertragsentwurfes wird überwiegend begrüßt. Die FDP-Antworten fordern vermehrt plebiszitäre Elemente. Gefordert wird insbesondere eine Volksabstimmung über die Verfassung selbst. Die CSU-Antworten befürchten durch die Volksinitiative vor allem eine Infragestellung des Initiativmonopols der Kommission. Die CSU lehnt Volksinitiativen in der Entwurfsform ab. Einzelne CDU-Abgeordnete wenden sich ebenfalls gegen die Volksinitiative in der jetzigen Form.

 

• In zum Teil sehr ausführlichen Antworten und Erläuterungen ergeben sich parteienspezifische Meinungsäußerungen insbesondere zu einzelnen Politikbereichen: Gottesbezug (Überwiegend CSU), Ende des EURATOM-Vertrages (Grüne), Sicherheits- und Sozialpolitik (PDS).

 

 

Die ausführlichen Antworten sind erhältlich unter:

http://www.europaeische-bewegung.de/index.php?id=711

Auswertung mit freundlicher Unterstützung von Sebastian Matschonschek.

 

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