14.04.2004
Nachwuchs-Journalisten erläutern EU-Themen - WAZ
LOKALAUSGABE / GLADBECK
Nachwuchs-Journalisten erläutern EU-Themen
16-jähriger Gesamtschüler ist der jüngste "Europorter"
Von Katrin Walger-Stolle
Europa und die Zukunft der Europäischen Union (EU) sind für Veyis Yaygir wahnsinnig spannende Themen. "An den Schulen", meint der 16-jährige Gesamtschüler, "sollte mehr über Europa diskutiert werden."
Auf den Unterrichtsplan hat der junge Gladbecker keinen Einfluss. Aber schreiben über Europa, Zusammenhänge recherchieren, komplizierte Sachverhalte schlüssig darstellen, kurz gesagt: den europäischen Gedanken beleuchten, das kann Veyis Yaygir jetzt ausführlich.
Der 16-jährige Kurde ist nämlich bis September als "Europorter" Berichten rund um die EU auf der Spur. Übers ZEUS-Projekt hat sich Veyis bei der "Europäischen Bewegung Deutschland" als EU-Reporter beworben - und wurde genommen. Jetzt ist der Gladbecker Gesamtschüler der jüngste von zehn "Europortern" in ganz Deutschland. Dass seine Journalisten-Kollegen alle doch ein wenig älter sind als er, das stört Veyis Yaygir nicht. Ganz selbstbewusst geht er seine Aufgabe an. Nach dem Einführungsseminar für die Europorter in Berlin stürzte sich der Gladbecker gleich in die Arbeit. Ein Besuch in Düsseldorf ist geplant, ein Interviewtermin mit der Europa-Abgeordneten Jutta Haug bereits vereinbart. Außerdem plant Veyis eine Geschichte über den Firmengründer von Öger-Tours, denn der will für die Türkei ins EU-Parlament einziehen. Unterstützt wird der 16-Jährige bei allen Unternehmungen von der Europäischen Bewegung, einer überparteilichen nichtstaatlichen Organisation, der über 120 politische Parteien, Verbände und Gruppierungen angehören, die sich alle für die EU einsetzen.
Für Veyis ist Europa ein spannendes Thema,für das man sich interessieren muss. "Das ist unsere Zukunft", sagt er schlicht. Und deshalb hofft er, als Europorter mehr Jugendliche für die EU-Politik interessieren zu können.Geboren wurde Veyis in einem kurdischen Dorf an der Grenze zu Syrien. Später zog er mit seiner Familie erst in eine türkische Großstadt und dann nach Deutschland. Er spricht mehrere Sprachen, hat Freunde in England und Frankreich. Für die Zukunft wünscht er sich die EU "mit einer Türkei, in der die Rechte der Minderheiten geachtet werden." Nach dem Abi will der junge Gladbecker übrigens Jura studieren - mit dem Schwerpunkt Völkerrecht.



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