Ostsee-Netzwerk

Deutschland hat seit dem 1. Juli 2011 den Vorsitz im Ostseerat inne. Das Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland (EBD), sein institutioneller Partner Auswärtiges Amt (AA) und die Handelskammer Hamburg (HK) initiierten deshalb ein umfassendes Ostsee-Netzwerk, um das Interesse der deutschen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft am Ostseeraum wiederaufleben zu lassen. Ziel ist es, die Bedeutung des Ostseeraumes in der deutschen und europäischen Politik stärker bewusst und nachhaltig präsent zu machen.

Um näheres über das deutsche Programm der einjährigen Präsidentschaft im Ostseerat zu erfahren, folgen Sie bitte dem folgenden Link.


„Zukunft Ostseeraum“ Studie des HWWI

Kernstück der Initiative der EBD, des AA und der HK Hamburg ist eine makroökonomische Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung des Ostseeraumes in der Europäischen Union, die unter der wissenschaftlichen Leitung des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) erstellt wurde.

  • Das Kapitel Handel im „Mare Balticum“ stellt die wirtschaftlichen Werte sowie die Potenziale des Ostseeraums vor. Schon immer war die Ostsee ein verbindendes Meer und ist mittlerweile fast ein EU-Binnenmeer. Auch wenn sich die Wachstumsperspektiven unterscheiden, so profitieren alle Anrainer. 33 Prozent des Exports innerhalb EU vollziehen sich beispielsweise über die Ostsee. Der Ostseeraum verfügt nicht nur über eine herausragende Position in der EU sondern auch in der internationalen Wirtschaft. Besonderer Fokus wird in der Studie auch auf den Umweltschutz gelegt. In Kombination mit neuen, umweltfreundlichen Technologien soll der Ostseeraum eine Modellregion werden.

  • Demografie und Arbeitsmarktintegration bringen weitere Herausforderungen mit sich, die die neun Ostseeanrainer zu bewältigen haben. Ziel ist es, Integration zu fördern und nationale demografische Unterschiede im Ostseeraum zu berücksichtigen. Während die baltischen Staaten und Polen einen signifikanten Bevölkerungsrückgang verspüren, sind die westlichen Ostseeanrainer von Zuwanderung gekennzeichnet. Doch auch die gegenseitige Anerkennung der diversen Bildungsabschlüsse kann helfen, die Märkte stärker zu verbinden. Zudem werden Handlungsstrategien aufgezeigt, die zur Verbesserung der Arbeitsmärkte und Reduzierung des Fachkräftemangels in der Region beitragen können.

  • Die Sicherung der Innovationskraft ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich ein Land zukünftig im globalen Standortwettbewerb behaupten kann. Dazu braucht es möglichst hochqualifizierte Menschen. Der Ostseeraum verfügt dahingehend über sehr großes Potenzial: Zahlreiche Universitäten mit einer vorbildlichen Vernetzung sorgen einerseits für einen hohen Bildungsstand der Bevölkerung und legen andererseits den Grundstein für Forschungsmöglichkeiten und Innovation.

  • Im globalen Standortwettbewerb gelten Städte als Impulsgeber für die Entwicklung. So auch im Ostseeraum. In den Städten konzentrieren sich Bevölkerung und Wirtschaftskraft. Aufgrund ihrer überregionalen Bedeutung für die Ausschöpfung der Wirtschaftspotenziale sind die Städte im Ostseeraum besonders wichtig.

Zu den Graphiken

Die gesamte Studie als Volltext finden Sie hier und die Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Studie als pdf-Datei finden Sie hier

Die Studie ist soeben in Englisch veröffentlich worden.

The Study is now available in English as well. Enjoy reading.

Eine Zusammenfassung der Studie auf Französisch als pdf-Datei ist auch hier verfügbar. Die Zusammenfassung auf Englisch und Deutsch finden Sie in der Studie.

Das Ostsee-Netzwerk und das Hamburger WeltWirtschaftsInstitut werden die Studie „Zukunft Ostseeraum“ gemeinsam in vier Etappen vorstellen.


Hintergrund: „EU-Strategie für den Ostseeraum“

Die Osterweiterung 2004 hat die Ostsee fast vollständig zu einem Binnenmeer der Europäischen Union gemacht. Im Dezember 2007 forderten die Mitgliedstaaten die Europäische Kommission auf, bis Juni 2009 eine „EU-Strategie für den Ostseeraum“ vorzulegen. Mit der Verabschiedung einer gemeinsamen Strategie für den Ostseeraum beim Treffen des Europäischen Rates Ende Oktober 2009 in Brüssel hatte sich die EU entschlossen, der gewachsenen Bedeutung des Ostseeraums Rechnung zu tragen und eine eigene Regionalstrategie auszuarbeiten. 

„Die Ostsee ist bedroht. Wenn wir nichts unternehmen, besteht die Gefahr, dass dieses große Meer, das durch den Handel, durch seine Geschichte und seine Freizeitnutzung Berühmtheit erlangt hat, bald einer Umweltkatastrophe zum Opfer fällt. Auch die Entwicklung des gesamten Ostseeraums ist gefährdet – trotz der Chancen, die der Binnenmarkt bietet. Ein dynamischer Ostseeraum ist für die EU lebenswichtig; wir müssen mit den Mitgliedstaaten und den anderen Betroffenen zusammenarbeiten und uns den gemeinsamen Herausforderungen stellen, um Ergebnisse zu erzielen, die allen nützen.“, erklärte Kommissarin Danuta Hübner im September 2008.

Das Globalziel ist es, die wirtschaftliche Prosperität der Region zu stärken sowie die Umwelt der Ostsee zu schützen. Dass diese Ziele umso besser erreicht werden, je enger die Länder im Ostseeraum zusammenrücken und je stärker die Bedeutung dieses regionalen Clusters europaweit und global ausstrahlt, ist unstrittig.


Potenziale des Ostseeraumes

Nichtsdestotrotz ist der nördlichste Teil Europas in seiner wirtschaftlichen Dynamik und Bedeutung für ganz Deutschland und die europäische Integration nach der EU-Ostseestrategie noch immer unterschätzt. Insbesondere im politischen Berlin bekommt der Ostseeraum kaum die ihm zustehende Aufmerksamkeit. Der Ostseeraum zeigt innerhalb der EU nicht nur ein sehr hohes Wachstumspotential, sondern strahlt auch eine starke Intergrationskraft aus. Beides muss in seiner Bedeutung in der deutschen und europäischen Politik stärker bewusst und nachhaltig präsent gemacht werden.

Das Netzwerk EBD, sein institutioneller Partner AA und die HK Hamburg initiieren deshalb ein Ostsee-Netzwerk, das das Interesse der deutschen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft am Ostseeraum wiederaufleben lassen möchte. So besteht die EU aus einer Reihe von regionalen Ballungsräumen, die zum Teil politisch und wirtschaftlich eng zusammenarbeiten. Der Ostseeraum erweist sich hier als besonders vielversprechend: Die Ostsee ist fast ein EU-Binnenmeer, deren Anrainerstaaten bis auf Russland alle der EU angehören. In diesen Staaten leben etwa 147 Millionen Europäer, sprich 29% der EU-Bevölkerung.

Das enorme Potenzial der Anrainerstaaten rund um die Ostsee wurde insbesondere in der jüngsten Wirtschaftskrise deutlich. Während der Mittelmeeraum gravierende Schwächen, insbesondere im Bereich der Überschuldung der Staatsfinanzen, offenbarte, zeigten die Länder im Ostseeraum trotz harter Einbußen, vor allem ein besseres Management der Krise. Ähnlich pragmatisch, wie man in Osteuropa nach dem Fall des Eisernen Vorhangs an den Wiederaufbau ging, nahmen die Regierungen dort Reformen gegen die Wirtschaftskrise in Angriff.  

So erzielte beispielsweise Polen im Jahr 2009 als einziges EU-Mitgliedsland ein Wirtschaftswachstum von rund 1,7 Prozent. Bevor die Krise die Wirtschaft erschütterte, waren Deutschlands Exporte in den Ostseeraum größer als jene in die USA und nach Japan zusammen. 


Das Ostsee-Partnerschaftsnetzwerk

Mit dieser Studie zum Ostseeraum entsteht gleichzeitig ein dichtes Netzwerk aus Unternehmen, Institutionen und Verbänden, die das Potenzial und die Herausforderungen des Ostseeraums frühzeitig erkannt haben und beides nachhaltig beeinflussen möchten. In vielfältigen Veranstaltungsreihen und Hintergrundgesprächen werden Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig vernetzt.

Das sich im Zuge der HWWI-Studie konstituierende Ostsee-Netzwerk gibt institutionellen Förderern und Unterstützern, Partnern sowie Initiatoren eine breite Plattform, um Informationen und Interessen optimal austauschen zu können. Begleitet wird dieses Vernetzungsangebot (Aufbau einer Fachdatenbank, Elektronische Newsletter zu aktuellen Themen, Diskussionsforen) von Veranstaltungen und einer umfassender Presse- und Öffentlichkeit seitens der Initiatoren.

Die Medienpartnerschaft des Ostsee-Netzwerks tragen EurActiv und Business&Diplomacy.

Für weitere Informationen über Bedingungen und Leistungen der Mitgliedschaft im Ostsee-Netzwerk sowie zur Studie der HWWI steht Ihnen mareen.hirschnitz(at)europaeische-bewegung.de zur Verfügung.

 


Termine

Neben der Auftaktveranstaltung zum Thema „Innovationsraum Ostsee“ in der Botschaft von Finnland wurde am 14. April 2011 das Kapitel „Handel mit dem Mare Baltikum“ in Zusammenarbeit mit dem Handels- und Wirtschaftsbüro der Botschaft der Republik Lettland vorgestellt. Das dritte Kapitel "Demografie und Arbeitsmarktintegration" wurde am 30. Mai 2011 in Zusammenarbeit mit dem Handels- und Wirtschaftsbüro der Republik Polen erörtert.

Am 27. Juni 2011 wurde im Weltsaal des Auswärtigen Amtes der deutsche Vorsitz im Ostseerat eröffnet. Diese Veranstaltung war Teil des Netzwerk-Tages der EBD.

 

Termine der deutschen Ostseeratspräsidentschaft:

  • 5. Feb. 2012 Außenministertreffen anlässlich des 20-jährigen
    Jubiläums des Ostseerates
  • im Mai 2012 Energieministerkonferenz der Ostseeanrainerstaaten
  • 30./31. Mai 2012 Ostseeratsgipfel


    Weitere Informationen zu den Terminen während der deutschen Ostseeratspräsidentschaft finden Sie hier.


Nachrichten aus dem Ostsee-Netzwerk

24.11.10

Ostsee-Netzwerk tauscht sich im Auswärtigen Amt zum Thema interkulturelles Wirtschaften aus

Internationaler Club im „Internationalen Club“: Unter dem Dach des Auswärtigen Amtes trafen sich am 22. November rund 20 Partner des Ostsee-Netzwerkes zum 2. Netzwerk-Lunch. Zum Thema „Interkulturelles Wirtschaften“ setzte Dr.-Ing. Stefan Ehmann, Geschäftsführer des Netzwerksponsors WTM Engineers und ehrenamtlich im Industrieausschuss der Handelskammer Hamburg tätig, den Impuls mit einen Vortrag über interkulturelle Erfahrungen seines Unternehmens im Ostseeraum.   mehr...

20.10.10

"Stapellauf" des Ostsee-Netzwerks: Lunch bringt internationale Partner zusammen

Das Ostsee-Netzwerk nimmt Formen an: Die Initiatoren – das Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland (EBD), sein institutioneller Partner Auswärtiges Amt und die Handelskammer Hamburg – trafen sich mit den „Gründungspartnern“ der Initiative zum 1. Netzwerklunch. Anlässlich des deutschen Vorsitzes im Ostseerat (Mitte 2011 bis Mitte 2012) wollen die Netzwerker das Interesse der deutschen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft am Ostseeraum wiederaufleben lassen.   mehr...

02.11.09

WWF begrüßt Ostseestrategie der EU-Kommission

Wichtiger Schritt für Ostseeschutz getan / Bundesregierung beim Fischereimanagement in Meeresschutzgebieten gefordert  mehr...

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