Lobbying für und in Europa
Mit der Zustimmung der irischen Bevölkerung zum Vertrag von Lissabon Anfang Oktober wurde das Tor zur Reform der Europäischen Union weit aufgestoßen. Wie die Iren vor dem Referendum durch die Pro-Kampagne informiert wurden, wie Lobbying von nationalen Ministerialbeamten in der EU bewertet wird und welche Entwicklungen in der professionellen Interessenvertretung nach der Ratifizierung des Reformvertrags zu erwarten sind, war Thema in der EU-Analyse am heutigen Mittag.
Mit Erfahrungen aus erster Hand briefte Andrea Pappin, Executive Director des European Movement Ireland, 80 deutsche Interessenvertreter über die Kampagne zum zweiten irischen Lissabon-Referendum. Mit dem Ansatz eines neutralen "Fact Checkings" der Pro- und Contra-Argumente beider Seiten wurde die irische Bevölkerung persönlich, emotional und authentisch angesprochen.
Für ein professionelles EU-Lobbying scheint dieser Ansatz weniger erfolgsversprechend - dies ein Ergebnis der Stakeholder-Studie von Burson-Marsteller, die Marco Hardt, Managing Director des Berliner Büros anschließend präsentierte. Zumindest die befragten 30 deutschen Stakeholder in Bundestag und Ministerien empfänden eine emotionale Ansprache als eher störend. Gefragt seien vielmehr faktische und nüchterne Informationen durch die Interessengruppen.
Dr. Joachim Wuermeling, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), schlug abschließend zwischen beiden Positionen eine Brücke: Natürlich würden deutsche Interessenvertreter für ihre Sachkenntnis und Gründlichkeit geschätzt, allerdings litten die Lobby-Anstrengungen oft darunter, dass zu lange und zu trocken referiert anstatt kurz und prägnant argumentiert werde.
Präsentation von Andrea Pappin (PPT - 1 MB)
Präsentation von Marco Hardt (PPT - 1,7 MB)
Studie A Guide to Effective Lobbying in Europe (PDF - 1,5 MB)




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