Mérite Européen - Freundes- und Förderkreis Deutschland e.V.



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Europa-Profil

Die Luxemburger Fondation du Mérite Européen, die unter der Schirmherrschaft des jeweiligen luxemburgischen Ministerpräsidenten steht, zeichnet seit über 30 Jahren verdiente Europäer aus. Sie ehrt damit engagierte Persönlichkeiten, die sich für die „Vereinigung der europäischen Völker in Freiheit, Frieden und Brüderlichkeit“ einsetzen und weiter an der Entwicklung eines europäischen Bewusstseins arbeiten, das Voraussetzung ist für die Gestaltung eines freien, demokratischen und geeinten Kontinents. Die Auszeichnung kann als Medaille mit Urkunde in den Stufen Bronze, Silber und Gold erfolgen, sowie durch eine Anerkennungs- oder eine Ehrenurkunde. Die Medaille zeigt – umgeben von 12 Sternen – Jupiter und Europa vor dem geografischen Umriss Europas und die Worte VOULOIR – CONNAITRE – AGIR = Europa wollen – seine Probleme kennen -  sich für die Verwirklichung Europas einsetzen.

Die Stiftung wurde 1970 von dem renommierten französischen Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler Dr. Dr. Francois Visine initiiert, nachdem er mit seiner Ezyklopädie „L’ABC de l’Europe (5 Bände) gangbare Wege zur europäischen Einigung gewiesen hatte. Nach den abschreckenden Erfahrungen zweier Weltkriege knüpfte er an die Weitsicht hervorragender Männer wie Robert Schuman, Josef Bech, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer an,  die dem zerfallenen Europa wieder seine geschichtliche Dimension und Zukunftsaufgabe zurückgeben wollten.  Dazu zählt auch Jean Monnet, zunächst Mitschöpfer des Schuman-Plans, und danach Präsident der im Plan vorgesehenen Hohen Behörde der Montanunion. Francois Visine appellierte mit der Gründung des Mérite Européen an die große internationale Verantwortung der Menschen für das Weiterbestehen des kulturellen Europas im und nach dem 20. Jahrhundert.

Nach 20 Jahren vielfältiger, erfolgreicher Tätigkeiten erhob der Großherzog von Luxemburg  die Stiftung Anfang 1990  zu einer gemeinnützigen Anstalt.  Dabei appellierte Jacques Santer, damals luxemburgischer Regierungschef, späterer Präsident der Europäischen Kommission und heutiger  Stiftungspräsident, an die Frauen und Männer, die an der europäischen Idee festhielten und zu jedem Einsatz für das Europa ohne Grenzen bereit seien.

Die FONDATION DU MÉRITE EUROPÉEN in Luxemburg veranstaltet jedes Jahr eine Séance Academique, bei der hochgestellte europäische Persönlichkeiten jeweils zu einem aktuellen europäischen Thema referieren. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden engagierte Europäer mit dem „Mérite Européen“ ausgezeichnet.

Der FREUNDES- UND FÖRDERKREIS DEUTSCHLAND e.V. entstand 1987/88 durch Initiative verschiedener deutscher Europäer von CDU/CSU, FDP und SPD. In Bonn und Berlin hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Europagedanken  bei internationalen Veranstaltungen und Begegnungen zu fördern. Einmal jährlich schlägt der deutsche Freundeskreis dem Verwaltungsrat in Luxemburg für die Goldmedaille eine international bekannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens vor, die sich um die europäische Einigungsidee verdient gemacht hat. So wurden in Berlin mit Gold geehrt: 1998 der israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor; die Laudatio hielt Alt-Bundespräsident Roman Herzog; 1999  der polnische Ministerpräsident a.D. Tadeusz Mazowiecki. Laudator: Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen; 2000 Eberhard Diepgen. Laudator:  luxemburgischer Ministerpräsident Jean-Claude Juncker; 2001 die österreichische Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. Laudator: ihr ehemaliger deutscher Amtskollege, Außenminister a. D. Klaus Kinkel; 2002 der Vorsitzende der EVP-Fraktion und jetzige Präsident des Europäischen Parlaments Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering. 2003 Polens Außenminister Wlodzimierz Cimoszewicz. Laudator:  Präsident der Internationalen Föderation der Europahäuser (FIME), Arno Krause. 2004 der slowenische Premierminister a.D. Alojz Peterle. Laudator: MdB Peter Repnik. 2006 der ehemalige litauische Ministerpräsident Vytautas Landsbergis. Laudatorin: die Präsidentin des Thüringer Landtags, Dagmar Schipanski. 2008 der Bischof der Diözese Oppeln, Polen, Erzbischof Prof. Dr. Alfons Nossol, Laudator: Präsident des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering, MdEP. Mit den jährlichen Auszeichnungen großer Europäer in Berlin entsteht somit langsam die Tradition eines Berliner Europapreises.
Darüber hinaus werden im Sinne des Gründungspräsidenten Francois Visine satzungsgemäß vorgesehene „juristische Personen“ ausgezeichnet. Beeindruckende Beispiele sind die Auszeichnung der deutsch-polnischen „Europastadt Görlitz/Zgorzelec“ anlässlich der Einweihung der wieder aufgebauten Altstadtbrücke über die Lausitzer Neisse und die Deutsche Kriegsgräberfürsorge.


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