Im Auftrag von EBD, des AA und der Handelskammer Hamburg hat das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) eine makroökonomische Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung des Ostseeraumes erstellt. Die Forscher untersuchten mit den Themen Handel, demografische Trends, Innnovation und ökonomische Bedeutung der Ostseestädte vier Kernbereiche sozioökonomischer Entwicklung in der EU-Makroregion.

Das Kapitel Handel im „Mare Balticum“ stellt die wirtschaftlichen Werte und Potenziale des Ostseeraums vor. Besonderer Fokus wird in der Studie auch auf den Umweltschutz gelegt. In Kombination mit neuen, umweltfreundlichen Technologien soll der Ostseeraum zur Modellregion werden.

Demografie und Arbeitsmarktintegration bringen weitere Herausforderungen mit sich, die die neun Ostseeanrainer zu bewältigen haben. Die Studie zeigt Handlungsstrategien auf, die z.B. zur Reduzierung des Fachkräftemangels rund um die Ostsee beitragen können.

Die Sicherung der Innovationskraft ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich ein Land zukünftig im globalen Standortwettbewerb behaupten kann. Dazu braucht es möglichst hochqualifizierte Menschen. Der Ostseeraum verfügt dahingehend mit zahlreichen gut vernetzten Universitäten über großes Potenzial.

Weltweit gelten Städte als Impulsgeber für Innovation und Wachstum. Auch im Ostseeraum konzentrieren sich in den Städten Bevölkerung und Wirtschaftskraft - mit überregionaler Bedeutung für Handel, Arbeit und Innovation.

Die Studie im Volltext finden Sie hier; alle Graphiken erhalten Sie hier zum Download.

The study "The future of the Baltic Sea region: Potentials and challenges" is available in English as well. Please follow this  link.

Die Initiatoren des Ostsee-Netzwerks und das HWWI werden die Studienergebnisse gemeinsam in vier Veranstaltungen vorstellen und diskutieren.

06.06.2006

Dossier "Europa als Good News?"

Das Dossier zum Diskussionsforum "Europa als Good News?", das vom Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland am 27. April 2006 im Auftrag der Bundesregierung zu Prozessen und Chancen der Europa-Kommunikation in Deutschland organisiert wurde, ist erschienen.

Es enthält neben einer allgemeinen Einführung die Ergebnisse des Diskussionsforums, an dem Multiplikatoren von Journalisten- und Medienverbänden sowie Interessengruppen die Europa-Kommunikation in Deutschland unter die Lupe nahmen.

Enthalten sind ebenfalls Kurzfassungen der Impulsreferate von Dr. Thomas Steg, Stv. Sprecher der Bundesregierung und Stv. Leiter des Presse- und Informationsamtes, Prof. Dr. Klaus Schönbach, BBDO-Lehrstuhl für Medienwissenschaft Zeppelin University Friedrichshafen und Lehrstuhl für Allgemeine Kommunikationswissenschaft der Universität Amsterdam, Michael Strempel, Korrespondent ARD-Studio Brüssel und Kerstin Wintermeyer, Redakteurin Politik und Wirtschaft SUPERillu. 

Sie können das Dossier hier als PDF-Datei herunterladen.


30.01.2006

Studie: Europa nützt Deutschland und legt Reformbedarf offen

Bei der heutigen Präsentation der Studie: „Die neue Europäische Union: im vitalen Interesse Deutschlands?“ erklären Monika Wulf-Mathies, Präsidentin des Netzwerks Europäische Bewegung Deutschland und Elmar Brok, MdEP und Präsident der Europa-Union Deutschland:

Die verbreitete Wahrnehmung in Deutschland, die EU wäre für die schwache Wirtschaft in Deutschland verantwortlich entspricht nicht den wirtschaftlichen und politischen Realitäten. So haben sich die deutschen Exporte in die EU-Staaten von 2000 bis 2004 um 25 % erhöht, die Exporte in die acht neuen osteuropäischen Mitgliedstaaten im gleichen Zeitraum sogar um 34 %. Damit nehmen 2004 die Exporte mit einem Volumen von rund 600 Mrd. Euro in die EU-25 einen Anteil von 82 % der gesamten Ausfuhren Deutschlands (733,4 Mrd. Euro) ein.

Eine ähnlich positive Bilanz ließe sich für die Nettozahlerposition Deutschlands aufmachen. Deutschlands Nettobetrag am EU-Haushalt beträgt 7,1 Mrd. Euro und damit rund 0,33 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Dem gegenüber stehen berechnete dauerhafte Wachstumseffekte des EU-Binnenmarktes von 0,6 – 0,8 Prozent. Auch wenn Deutschland in den kommenden Jahren Nettozahler bleiben wird, könnten schon die wirtschaftlichen Vorteile des EU-Binnenmarktes diese Belastung aufwiegen. Europa ist nicht die Ursache für Deutschlands wirtschaftliche Lage – Europa ist Teil der Lösung.

Für Deutschland als Exportnation stellt auch die Einführung des Euro ein hohes Wachstumspotenzial dar Die Handelseffekte werden erheblich unterstützt: durch höhere grenzüberschreitende Investitionen, durch einen attraktiven Kapitalmarkt für internationale Investoren und durch eine höhere Währungsstabilität als zu D-Mark-Zeiten.

Die Befürchtungen, die EU-Erweiterung würde zu Verwerfungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt führen, ist in der prognostizierten Weise nicht eingetreten. Deutschland hat in der EU Wettbewerbsvorteile bei wissens- und technologieintensiven Produkten und Dienstleistungen. Hier muss noch zielgerichteter investiert werden, um diese Vorteile auszubauen: in Aus- und Weiterbildung, in Angewandte- und Grundlagenforschung, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und die Wirtschaft. Gleichzeitig müssten sich die deutschen Märkte noch konsequenter den mittel- und osteuropäischen Ländern öffnen.

Bei der Frage nach der Erhaltung und Steigerung der Europafähigkeit Deutschlands muss im Bereich der europapolitischen Koordinierung der Bundesrepublik gehandelt werden. Sie sollte in vielen Bereichen gestärkt und gestrafft werden. Hier lassen auch die Vorschläge der Föderalismuskommission keine Ansatzpunkte für eine effizientere Koordination im EU-Mehrebenensystem erkennen.

Insgesamt zeigt die Studie nicht nur den dringenden Reformbedarf in Deutschland in Sachen Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch das enorme Defizit an europapolitischer Koordinierung, dessen Beseitigung das Netzwerk Europäische Bewegung und die Europa-Union Deutschland seit Sommer 2005 anmahnen.

Die Studie wurde vom Netzwerk Europäische Bewegung und der Europa-Union Deutschland in Auftrag gegeben und von Prof. Wolfgang Wessels und Dr. Udo Diedrichs vom Jean Monnet Lehrstuhl am Politischen Seminar der Universität zu Köln durchgeführt.

Die komplette Studie, mit umfangreichen Tabellen und Datenmaterial steht auf den Webseiten des Netzwerks Europäische Bewegung Deutschland und der Europa-Union Deutschland zum Download zur Verfügung: Direkter Link zur kompletten Studie (PDF - 3 MB)

Die Ergebnisse liegen auch in einer Zusammenfassung vor, die hier zum Download im PDF-Format verfügbar ist.

Eine Zusammenstellung von 21 Reaktionen auf die Veröffentlichung der Studie finden Sie im PDF-Format hier.

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